Aktuell
Federbetten für Asthmatiker
Asthmatiker sollten lieber in Federbetten als in synthetischem
Bettzeug schlafen. Das hat eine jüngst im Journal of Asthma
veröffentlichte Untersuchung ergeben (1). Neuseeländische Forscher
fanden heraus, dass Bettwaren mit echten Federn weniger Beta-Glucan
enthalten als synthetisches Bettzeug.Glucane sind nicht-allergene, fettlösliche Bestandteile der Zellmembran von Pilzen. Der Anteil der Glucane am Trockengewicht der Zellmembran beträgt bis zu 60 %. Die Inhalation von Beta-Glucan kann Veränderungen der Lungenfunktion und der Variabilität der Peak-Flow-Werte verursachen. Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass Beta-Glucan dosisabhängig Irritationen im Rachen, trockenen Husten, Hautjucken, nasale Probleme und Müdigkeit verursacht.
In die Studie einbezogen wurden Staubproben von Matratzen, Zudecken, Kissen, und Fußböden aus 35 Haushalten des Bezirks Wellington/Neuseeland. Dabei war die Konzentration von Beta-Glucan in Kissen mit Synthetikfüllung 2 - 3-mal höher als in Federkissen. In synthetischen Zudecken wurden sogar 7 - 8 fach höhere Konzentrationen im Vergleich zu Federbetten bestimmt. In früheren Untersuchungen (2) konnte ein ähnlicher Effekt für Hausstaubmilben-Allergene nachgewiesen werden. Bettdecken aus Synthetikware waren dabei mit einer stärkeren Asthmasymptomatik assoziiert als Bettdecken gefüllt mit dem Naturmaterial Daunen und Federn.
(1) Heyes J., et al., ß-(1,3)-Glucan Levels and Its Determinants in New Zealand Bedrooms, Journal of Asthma, 46:1, 64-66
(2) Siebers R., Fitzharris P., Crane J.: Feather bedding and allergic disease in children: a cover story?, Clin. Exp. Allergy 2002; 32: 1119-1123
Statement des VDFl vom 20.08.2009
Die Bettfedernindustrie verarbeitet ausschließlich Federn und Daunen als Nebenprodukte der Fleischerzeugung. Unsere Industrie ist in der Internationale Klassifikation der Wirtschaftszweige für die Zwecke des Statistischen Bundesamtes eingeordnet unter "Schlachten von Geflügel - Verarbeitung von Nebenprodukten". Bereits aus dieser Klassifikation geht hervor, dass sich unsere Branche zu dem weit überwiegenden Teil mit der Verarbeitung und Aufbereitung von Federn und Daunen beschäftigt, die nach dem Schlachten des Geflügels anfallen. Nach unseren Berechnungen auf Basis von Erhebungen bei unseren Mitgliedern werden nur ca. 2% des jährlichen weltweiten Aufkommens vom lebenden Tier gewonnen, und das nur von Gänsen. 98 % des weltweiten Aufkorrimens an Federn und Daunen fallen nach dem Schlachten des Geflügels an.Bei der Gewinnung von Daunen und Federn vom lebenden Tier darf nur der Mauserrauf unter sehr strengen Auflagen von Hand vorgenommen werden. Der Rauf muss nach eindeutig und gesetzlich vorgegebenen Regeln erfolgen. Sollten Vorgänge aufgedeckt werden, dass z. B. Mauserrauf von Gänsen nicht tierschonend vorgenommen wird, müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Bettfedernfabriken prüfen die Produkte sorgfältig anhand von Warenmustern, die vor dem Einkauf und vor den Preisverhandlungen begutachtet werden. Unreifes und nicht ordnungsgemäß gewonnenes Material ist als Füllung in hochwertigen Bettwaren ungeeignet. Insbesondere in Deutschland wird darauf geachtet, dass die angeboten Bettwaren den Anforderungen der DIN EN 12934 Klasse I entsprechen, der höchsten Qualitätsklasse. Nicht ordnungsgemäß gewonnene Daunen und Federn eignen sich riicht für diese Qualitätsklasse.
Der Einkauf von Federn und Daunen erfordert jahrzehntelange Erfahrung und viel Sachkenntnis, auch was die Einkaufsquellen betrifft. Diese Einkaufsquellen sind das Kapital unserer Firmen. Sie öffentlich zu machen, wurde unsere Arbeitsplätze, die aller unserer Mitarbeiter und der vor- und nachgelagerten Branchen gefährden.
Wir als Verband werden zusammen mit unseren Mitgliedern einen Königsweg beschreiten, um unseren Kunden und der interessierten Öffentlichkeit dokumentieren zu können, dass bei der Gewinnung der (Roh)ware der Tierschutz beachtet wird. Hierzu wird ein Team aus Sachverständigen, Wissenschaftlern, Verbrauchervertretern,
Prüfinstituten und politischen Organisationen einen Produktlebenszyklus ausarbeiten, der die Ordnungsmäßigkeit der Gewinnung der Ware - unterfüttert durch neutrale Kontrollen - nach außen darstellt. Dadurch wird die Arbeit zum Tierschutz transparent, die der VDFl bereits seit 13 Jahren betreibt. Seit diesem Zeitpunkt setzen wir uns dafür ein, dass Verstöße gegen das Tierschutzgesetz
angezeigt und geahndet werden. Wir als Verband haben auch das „Europäische Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen" initiiert und gemeinsam mit Parlamentariern und Tierschutzbeauftragten ins Leben gerufen. Uns liegt Tierschutz und eine, durch den oben erwähnte Lebenszyklus
umgesetzte, "gläserne Produktion" sehr am Herzen.
Über die Fortschritte dieser Arbeiten, die bereits begonnen haben, werden wir auf unserer Homepage in unregelmäßigen Abständen informieren.



